Google Partners: Neue Anforderungen für Agenturen ab Sommer 2020

Google gestaltet sein Google Partners-Programm neu. Ab Mitte 2020 müssen sich Agenturen auf neue Anforderungen und härtere Voraussetzungen einstellen, um die Zertifizierung zu erhalten. Wir stellen die Neuerungen zusammen und gehen auf die Herausforderungen ein, welche auf die Agenturen nun zukommen, um den Partner-Status zu behalten.

UPDATE vom 08.04.2020:
Auf Grund der allgemeinen Herausforderung durch das Coronavirus verschiebt Google den für Juni 2020 geplanten Start des neuen Google Partners-Programms und die Einführung der neuen Anforderungen für das Logo auf das nächste Jahr 2021. Weiterhin heißt es:
„Wenn Sie zum Stichtag 1. Januar 2020 über ein Logo oder eine Spezialisierung verfügt haben, behalten Sie Ihren Status bis zum neuen Starttermin im nächsten Jahr bei. Wenn Sie noch kein Logo oder keine Spezialisierung besitzen, genügt es, die aktuellen Anforderungen zu erfüllen, um einen Status zu erhalten und beizubehalten. Weitere Informationen zu den meist gestellten Fragen zum neuen Google Partners-Programm finden Sie unter diesem Link: https://support.google.com/google-ads/answer/9762278?hl=de

Das neue Google Partners Programm

Vergangene Woche hat Google seine Partner über die geplanten Programmänderungen beim Google Partners Programm informiert. Dabei handelt es sich um ein Programm für Google Ads Agenturen, beim dem sie ein entsprechendes Logo und zum Teil auch Unterstützung von Google erhalten.

Google Partner Logos
Google Partner Logos (Bild: Google)

Mit dem Google Partner Logo zeigen die Agenturen, dass ihre Mitarbeiter „Google Ads-Experten sind, die Anforderungen für Google Ads Ausgaben erfüllen, das Umsatzwachstum der Agentur und Ihrer Kunden fördern und Ihren Kundenstamm nachhaltig ausbauen“, so Google. Darüber hinaus haben Partner Zugang zu Schulungsunterlagen und Veranstaltungen von Google.

Nun soll sich einiges ändern. Wie Google schreibt, gibt es künftig ein neues Partner-Logo und vor allem neue Voraussetzungen, um dieses zu erhalten. Außerdem soll es neue Kategorien für Status- und Produktkenntnisse und neue Vorteile für die Partner geben.

Für das neue Google Partner Programm ändert Google neue Anforderungen für den Erhalt des Partner-Logos. Die Änderungen hat Google in einem Hilfe-Artikel zusammengefasst. Wir stellen die wichtigsten Neuerungen zusammen:

Zertifizierung

Bisher hat es ausgereicht, dass mindestens ein Nutzer in einem Unternehmen bzw. einer Agentur die Zertifizierung hat. Künftig müssen mindestens 50% der betreffenden Nutzer die neuen Zertifizierungen im Skillshop abgeschlossen haben.

Ausgaben

Bisher müssen die Agenturen mindestens 10.000 Euro in einem Zeitraum von 90 Tagen für Google Ads in ihren verwalteten Konten ausgeben. Also den Kunden-Accounts, die mit dem Agentur-MCC verbunden sind. Künftig sollen es 20.000 Euro in 90 Tagen sein.

Unternehmensleistung

Auch die „Unternehmensleistung“ der Agenturen wird nun neu bewertet. So legt Google künftig viel mehr Wert auf den Tab „Empfehlungen“ in den Google Ads Konten. Agenturen sollen sich also künftig mit den Vorschlägen dort mehr beschäftigen.

Premium-Partner

Neuerungen gibt es auch für Google Premium Partner. Diese müssen sich zunächst für das neue Partner-Logo qualifizieren. Dann will Google jedes Kalenderjahr den erfolgreichsten 3 Prozent der teilnehmenden Unternehmen im Google Partners-Programm den Premium-Partner-Status verleihen.

Offene Fragen

Die Neuerungen haben bei praktisch allen Agenturen und Google Partnern mehrere Fragen aufgeworfen. Insbesondere bei der Zuordnung von Nutzern zum Agentur-Account und zum Optimierungsfaktor auf dem „Empfehlungen“-Tab gibt es einige Unklarheiten. Im Folgenden versuche ich den aktuellen Stand und Empfehlungen zusammenzufassen.

Optimierungsfaktor: Darauf sollen Sie achten

Google gibt auf dem Tab „Empfehlungen“ mehrere Vorschläge, wie die Kampagnen im Ads Account optimiert werden können. Einige sind sicherlich interessant und nützlich. Viel der Vorschläge, die das System gibt, stoßen bei den Google Ads Profis jedoch auf Ablehnung. Denn sie stehen oft im Widerspruch mit den Zielen der Kunden. Ein Beispiel wäre die Empfehlung, die Branding-Kampagne auf die Gebotsstrategie „Conversions maximieren“ umzustellen. Auch weitere Vorschläge, wie zu allgemeine oder gar komplett unpassende Keywords hinzuzufügen oder der Tipp, einfach das Budget zu erhöhen, passen oft nicht.

Zukünftig wird die Bewertung des Partner-Accounts mit dem „Optimierungfaktor“ („Optimization Score“) ein wichtiger Teil für den Partner Badge sein. Und da haben viele bisherige Google Partner die Angst geäußert, dass sie künftig auch unsinnige Vorschläge annehmen müssen, um den Partner-Status zu behalten. Dem ist jedoch nicht so.

Wie auch aus Google-Kreisen zu hören ist, geht es NICHT darum jede Empfehlung blind anzunehmen. Es ist jedoch enorm wichtig, sich mit den Empfehlungen auseinanderzusetzen. Sinnvolle Vorschläge können umgesetzt werden. Alles, was nicht sinnvoll im Sinne der Kunden erscheint, soll jedoch aktiv abgelehnt werden. Somit erkennt das System die Interaktion und der Optimierungfaktor steigt. Es wäre übrigens empfehlenswert, sich bereits jetzt mit den Empfehlungen auseinanderzusetzen.

UPDATE: Google hat die Anforderungen an den Optimierungsfaktor für die Partner-Zertifizierung präzisiert. Es sei nicht notwendig, einen Optimierungsfaktor von 100% zu erreichen, heißt es. Um das Partner Badge weiterhin nutzen zu können, sollen alle verwalteten Google Ads Konten jedoch mindestens 70% erreichen. Dies sollte bei den meisten Accounts ohne größere Schwierigkeit machbar sein.

Google Partner Anforderungen an Unternehmensleistung 2020
Google Partner Anforderungen an Unternehmensleistung 2020 (Quelle: Google-Hilfe)

Zertifizierungen: Darauf sollen Sie achten

Künftig sollen mindestens 50 Prozent der Nutzer müssen die neuen Zertifizierungen im Skillshop abgeschlossen haben. Doch welche Nutzer zählen dazu? Google Partner können dies bereits in ihrem Account sehen. Mit dieser Anleitung können Sie den Status der Google Ads-Zertifizierung in Ihrem Unternehmen prüfen:

  1. Melden Sie sich in Ihrem Google Ads-Konto an und klicken Sie links im Menü auf „Google Partners-Programm“.
  2. Auf der Karte „Logostatus“ klicken Sie auf „Details ansehen“. Hier zeigt Google den aktuellen und den künftigen Stand des Partner Logos an.
  3. In der Tabelle in der Zeile „Zertifizierungen“ steht rechts wie viele Nutzer bereits die notwendige neue Zertifizierung haben und wie viele notwendig sind. Mit einem Klick auf „X Nutzer mit aktualisierten Zertifizierungen“ erreichen Sie die Liste aller Nutzer, die Google als solche ansieht, die künftig eine Zertifizierung benötigen (bzw. die Hälfte davon).
Aktueller Status des Google Partner Logos
Aktueller Status des Google Partner Logos (Screenshot: Google Ads Account)

An dieser Stelle gibt es zwei Punkte, an denen die Agenturen aktiv werden müssen: Zertifizierung im Skillshop mit dem Partner-Account verbinden und die Anzahl der Nutzer.

Zertifizierung im Skillshop

Im Herbst 2019 hat Google aus der „Academy for Ads“ den neuen „Skillshop“ gemacht. Hier können Nutzer lernen und verschiedene Prüfungen rund um Google Ads und weitere Google-Tools ablegen. Hierzu müssen die Nutzer und Agenturen folgendes beachten: Laut Google sei es nicht möglich alte Zertifikate zu transferieren. Daher müssen Agentur-Mitarbeiter die neuen Prüfungen absolvieren, damit diese für das neue Google Partner Logo gezählt werden. Wer also noch gültige Prüfungen aus der alten Academy for Ads hat, muss diese vor dem Start des neuen Google Partners Programms Ende Juni erneut machen und so die aktuellsten Zertifikate im Skills Shop erwerben.

Weiterhin müssen die Nutzer den jeweiligen persönlichen Account im Skill Shop mit dem Agentur Ads Manager Account („MCC“) assoziieren. Dazu müssen sie ihr Benutzerprofil im Skill Shop aufrufen, auf „Profil bearbeiten“ unter dem Foto klicken und ganz unten ihr Account „Mit dem Anzeigenkonto verbinden“. Hier muss dann die Administrator-E-Mail Adresse des MCC-Accounts angegeben werden, mit der auch der Partner-Account geführt wird.

Anzahl der Nutzer für die Zertifizierung

Ein sehr kritischer Punkt, der bei vielen Agenturen derzeit für Unmut sorgt, ist die Anzahl der Nutzer, die laut Google sich künftig zertifizieren lassen müssen. Die Anforderung, dass dies 50 Prozent der Agentur-Mitarbeiter sein müssen, ist noch OK. Doch Google ordnet deutlich mehr Nutzer der Agentur zu. Teilweise fordert das System mehr Zertifizierungen als es Mitarbeiter in der Agentur gibt.

Aktueller Status des Google Partner Logos mit 37 Usern für die Zertifizierung
Aktueller Status des Google Partner Logos (Screenshot: Google Ads Account)

Dies hängt mit den MCC bzw. Account Zugängen zusammen. Google bestimmt die Nutzer, die eine Zertifizierung machen müssen, wie folgt:

Der Nutzer muss Administratorzugriff oder Standardzugriff auf das Google Ads-Verwaltungskonto des Unternehmens haben, das für Google Partners registriert ist.

ODER

Der Nutzer muss Administratorzugriff oder Standardzugriff auf ein Konto haben, das mit dem Google Ads-Verwaltungskonto des Unternehmens verknüpft ist, das für Google Partners registriert ist. Er muss außerdem dazu berechtigt sein, eine E-Mail-Domain (@domain_name) für einen Nutzer des Google Ads-Verwaltungskontos freizugeben, das für Google Partners registriert ist. Hierzu zählen Nutzer mit der Zugriffsebene „Administrator“, „Standard“, „Nur Lesen“ oder „Nur E-Maildomains erhalten“.

Berechtigte Nutzer für das Partner-Logo 2020
Berechtigte Nutzer für das Partner-Logo 2020

(Quelle: https://support.google.com/google-ads/answer/9702278#eligibleuser)

Die Herausforderung

Die größte Herausforderung sind also die Nutzer innerhalb der Kunden-Accounts, welche dieselbe E-Mail Domain (@domain_name) haben, wie ein Nutzer des Google Partners Ads Manager Accounts (MCC). Wenn also die gleiche Domain bei den E-Mail-Adressen sowohl für Zugriff auf die Kunden-Accounts als auch für den MCC verwendet wird, werden die Nutzer ebenfalls der Agentur zugerechnet. Und damit steigt die Anzahl der Nutzer, die aus Google-Sicht die Zertifizierung machen (und damit die Prüfungen absolvieren) müssen.

Besonders schwierig wird es, wenn sowohl im MCC als auch in den Kunden-Accounts Nutzer mit Administrator- oder Standard-Zugriff gibt, die Gmail verwenden (@gmail.com Adressen). Denn diese werden auch der Agentur zugerechnet. Gleiches gilt natürlich auch für andere E-Mail Anbieter.

Nur wenn ein Kunde eine andere E-Mail Domain verwendet als jene, unter der der Google Partners Account registriert ist, wird diese nicht als qualifizierter User gezählt. Im Idealfall verwenden also Agenturen für den Zugriff auf den MCC nur E-Mail-Adressen mit der eigenen Domain (z.B. @agentur-domain.de) und die Kunden für ihre Accounts dann eigene Domains (z.B. @firma-domain.de).

Was kann ich machen?

Was können die Agenturen nun also machen? Ein erster Schritt wäre, die Zugänge zum MCC aufzuräumen. Das heißt als erstes, alte oder nicht mehr benötigte Zugänge löschen. Ein weiterer Schritt: Stellen Sie Nutzer, die keine Änderungen im Account machen sollen auf die „Lesezugriff“ oder „Nur E-Mail“ Zugangsberechtigung um. Diese sollen laut Google auch unabhängig von der Domain hinsichtlich der Anforderungen für die Google Partners-Zertifizierung nicht berücksichtigt werden.

Ob dafür die Anpassungen im Agentur-MCC ausreichen oder auch Änderungen in den Kundenaccounts notwendig sind, hängt natürlich davon ab, wie die Zugriffsrechte bisher vergeben wurden. Unter Umständen müssen die Kunden kontaktiert werden, damit sie den Nutzern in den eigenen Accounts andere Zugriffsrechte geben.

Was halten Sie vom neuen Google Partners Programm? Werden Sie sich neu zertifizieren? Oder ist Ihnen das Partner-Logo egal und Sie setzen (wie wir auch) auf eigene Erfahrung und Referenzen?

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Teilen Sie ihn bitte.

1 Gedanke zu „Google Partners: Neue Anforderungen für Agenturen ab Sommer 2020“

  1. Eigene Beobachtung: Werden alle @gmail.com Nutzer im eigenen MCC auf „Lesezugriff“ („Read-only“) umgestellt, verschwinden auch alle anderen Nutzer-Accounts mit @gmail.com E-Mail Adresse aus der Liste der Nutzer, die für die neue Zertifizierung eine Prüfung machen müssten.

Kommentare sind geschlossen.