Google Marketing Live 2019 Teaser

Google Marketing Live 2019 – eine Zusammenfassung

Am 14. und 15. Mai fand in San Francisco die Google Marketing Live Konferenz statt. Dabei ging es um neue Produkte und Funktionen sowie Best Practices zu Google Ads und anderen Marketing Tools und Plattformen. In einer Ads Innovation Keynote hat Google Neuheiten rund um Google Ads vorgestellt. Wir fassen die wichtigsten Neuerungen, die 2019 auf uns zukommen, für Sie zusammen.

Neues Anzeigenformat „Discovery Ads“

Mit „Discovery Ads“ will Google die Nutzer ansprechen, die am Anfang ihrer Suche nach einem Produkt sind. Die Nutzer würden laut Google beispielsweise die Startseite auf YouTube, die „Promotions“ und „Social“ Tabs in Gmail oder den „Discover“ Feed auf ihrem Android Smartphone anschauen, wo sie neue Angebote entdecken können. Genau hier soll das neue Format ausgespielt werden, wo die Nutzer etwas „entdecken“ können und am meisten bereit sind, etwas Neues zu entdecken.

Google Discovery Ads
Google Discovery Ads (Bild: Google Blog)

Discovery Ads ist kein festes Format. Google will den Werbetreibenden erlauben, verschiedene Bilder und Texte zu verwenden, welche dann miteinander kombiniert werden. Das zusammensetzen von verschiedenen Kombinationen übernimmt dabei das Machine Learning von Google.

Das Anzeigenfromat soll für alle Werbetreibende weltweit im später in diesem Jahr verfügbar sein.

Gallery Ads in Google Suche

Laut Google erwarten 73 Prozent der Smartphone-Nutzer, Informationen direkt zu sehen, wenn sie danach auf ihrem Smartphone suchen. Passend dazu will Google die Suche mit mehr interaktiven und visuellen Werbemitteln verbinden. „Gallery Ads“ sollen Angebote in den Suchergebnissen auf dem Smartphone anzeigen – mit Bildern und Text.

Google Gallery Ads

Das neue Anzeigenformat soll ganz oben in den Suchergebnissen erscheinen. Die Nutzer können über mehrere Bilder „wischen“ und so mehr Eindruck vom Angebot gewinnen. Die Galerie kann 4 bis 8 Bilder beinhalten. Jedes der Bilder kann eine Text-Überschrift mit bis zu 70 Zeichen bekommen. Dazu kommen bis zu 3 Headlines, um zum Beispiel verschiedene „Call-to-Action“ zu testen.

Das neue Format soll später in diesem Jahr kommen. Ein genauer Termin wurde nicht genannt.

App Deeplinking

Bisher landeten die Nutzer nach dem Klick auf eine Anzeige auf ihrem Smartphone auf einer mobilen Website. Künftig soll es möglich sein, sie direkt in die zugehörige App zu lenken, sofern diese auf dem Smartphone installiert ist. Das soll für Search-, Display- und Shopping-Anzeigen möglich sein. Zusätzlich sollen Conversions aus App heraus an Google Ads gemeldet werden. Diese Funktionalität soll in den nächsten Monaten kommen.

Google App Deep Linking
Google App Deep Linking (Bild: Google Blog)

Neues bei Smart Bidding

Google hat auch mehrere Änderungen bei den automatischen Gebotsstrategien, auch als „Smart Bidding“ bekannt, angekündigt.  Wir fassen diese kurz zusammen.

„Maximize Conversion Value“ for Search

Als eine neue Smart Bidding Strategie hat Google „Maximize Conversion Value“ angekündigt. Damit können Werbetreibende bei Google Ads den Umsatz beim vorgegebenen Budget steigern lassen. Ganz neu ist die Strategie nicht – sie ist bereits länger bei Smart Shopping Kampagnen vorhanden. Neu ist, dass diese Strategie künftig auch bei Suchkampagnen verfügbar sein soll.

Campaign Level Conversions

Kampagnen haben oft verschiedene Ziele. Daher soll es in Google Ads bald möglich sein, je Kampagne festzulegen, welche Conversion-Aktionen dafür relevant sind. So werden Smart Bidding Strategien unterschiedliche Kampagnen auf unterschiedliche Conversion-Aktionen hin optimieren und nicht nur auf die, die im Account global als „In Conversions einbeziehen“ definiert sind. Auch können Kampagnen künftig für mehrere Conversion Aktionen optimiert werden – mit „Conversion Actions Sets“. Diese können auch für mehrere Kampagnen verwendet werden.

Google Ads Campaign level Conversions

Conversion Value Rules

Insbesodnere bei Lead-Kampagnen werden feste Werte für eine Conversion-Aktion definiert. Im realen Leben haben Conversion, die unterschiedlich zustande kommen, jedoch unterschiedliche Werte. Künftig sollen „Conversion Value Rules“ in Google Ads ermöglichen, den Wert eine Conversion anzupassen, basierend zum Beispiel auf Zielgruppen oder verwendeten Geräten. Die Werte werden entsprechend in den Reports angezeigt.

Seasonality Adjustments

Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit, dem System saisonale Änderungen mitzuteilen. So lassen sich bestimmte Aktionen definieren, inklusive Zeitraum und erwartete Conversion-Rate. Smart Bidding diese Informationen berücksichtigen und die Daten in diesen Zeiträumen als „Sonderfall“ bei weiterer Optimierung betrachten.

Mit diesen Änderungen erhalten Werbetreibende mehr Flexibilität, um die Kampagnen zu optimieren. Einige dieser Neuerungen, wie die kampagnenbezogenen Conversion-Aktionen, sind in einigen Accounts bereits zu finden. Andere werden hoffentlich bald kommen.

Bumper Machine

Laut Google erreichen kurze Videos (bis zu 6 Sekunden) deutlich höhere Conversion-Zahlen. Mit “Bumper Machine” hat Google nun ein Tool angekündigt, dass aus einem längeren Video automatisch 6 Sekunden kurze Video-Ads erstellt. Das Tool benötigt einen Link zu einem YouTube Video von unter 90 Sekunden, aus dem 3 bis 4 Vorschläge für kurze Video-Anzeigen generiert werden. Diese können anschließend noch minimal angepasst werden. So sollen die Kosten für Produktion von Videoanzeigen minimiert werden.

Google Bumper Machine
Bumper Machine (Screenshot vom Lve-Stream zu Google Marketing Live 2019 mit Nicky Rettke, Product Manager @ YouTube)

Custom Audiences

Bei der Ausrichtung auf Zielgruppen gibt es bisher „Custom Affinity Audiences“ und „Custom Intent Audiences“. Diese werden künftig zu einem Ausrichtungstyp verbunden. Die neuen „Customer Audiences“ sollen neben YouTube auch für Gmail, Discover- und Display-Anzeigen verfügbar sein.

Zusätzlich können mit dem neuen „Audience Expansion“ Tool soll es möglich sein, mehr Nutzer anzusprechen, die ähnlich denen sind, die bereits in der benutzerdefinierten Gruppe enthalten sind. Gelöst ist das durch einen einfachen Schieberegler. Damit lässt sich die Zielgruppe einfach vergrößern; allerdings bleibt es unklar, wie genau dies erfolgt, so dass Werbetreibende damit ein Stück der Kontrolle wieder abgeben würden.

Shopping Ads

Google will auch sein Google Shopping ausbauen. So sollen Nutzer künftig Produkte nicht nur im jeweiligen Online-Shop oder lokalen Shop der Händler sondern auch direkt über Google kaufen können. Um die Kaufentscheidung zu vereinfachen will Google neben der Produktauswahl selbst auch Produktbewertungen und Videos zu den Produkten in Google Shopping anzeigen. Die für den Kauf wichtigen Informationen wie Versandadresse und Bezahldaten sollen dann aus dem Google-Account geholt werden. In den USA soll diese Funktion im kommenden Monat verfügbar sein. Das direkte Einkaufen soll auch in anderen Google-Diensten möglich sein, unter anderem Google Assistant, Google Suche, Google Images und auf YouTube. Damit das funktioniert, müssen Händler sich schon mal für Shopping Actions anmelden. Die neuen Funktionen sollen allerdings erst später in diesem Jahr kommen.

Kaufen direkt aus Google Suchergebnissen heraus (Bild: Google)

Showcase Shopping Ads

Als weitere Neuerung sollen Showcase Shopping Ads auf weitere Google-Dienste erweitert werden. Dieses Anzeigenformat soll in den kommenden Monaten auf Bildersuche, YouTube und Google Discover angezeigt werden.

Shopping Campaigns with Partners

Ganz neu sind „Shopping Campaigns with Partners”. Damit können Händler und Brand Hersteller Budgets für Shopping Kampagnen teilen und gemeinsam bestimmte Produkte bewerben.

Local Campaigns

Weiterhin hat Google auf der Google Marketing Live angekündigt, lokale Kampagnen auszubauen. In Deutschland bereits verfügbar, werden „Local Campaigns“ nun global ausgerollt.

Ebenfalls neu: In den Google Maps Suchvorschlägen können künftig Anzeigen für relevante Läden oder Unternehmen angezeigt werden.  Dabei greift Google auf die Suchhistorie zurück: Wenn die Nutzer zum Beispiel nach einem hundefreundlichen Park gesucht haben, kann beim nächsten Mal eine Anzeige für einen Tierbedarfsladen angezeigt werden.

Weiterhin will Google “Promoted Pins“ ausbauen. Diese sollen künftig auch bei Routenplanung angezeigt werden, etwa in der Nähe des Zielorts.

Fazit zum Google Marketing Live 2019

Mal wieder gibt es viele spannende Neuerungen bei Google Ads. Die neuen Anzeigenformate und Neuerungen bei Smart Bidding werden sicherlich für die meisten Werbetreibende relevant sein. Je nach unternehmen werden auch andere Neuheiten spannend sein. Wir sind gespannt, wann Google die neuen Funktionen startet und werden natürlich die relevanten Neuerungen auch in die Kampagnen unserer Kunden einbeziehen.

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