Google Marketing Live 2018

Google Marketing Live 2018 Zusammenfassung

Am Dienstag hat Google im Rahmen der Google Marketing Live 2018 Neuigkeiten rund um seine Anzeigen-Dienste vorgestellt. Es gibt neue Kampagnenarten, Anzeigenformate und mehr Daten für eine bessere Analyse der Kampagnen-Performance. Nutzer sollen mit Hilfe von maschinellem Lernen Kampagnen schneller und einfacher erstellen können. Wir fassen die wichtigsten Neuerungen zusammen.

Erst vor einigen Tagen hat Google bekannt gegeben, dass Google AdWords in Google Ads umbenannt wird. Auf der inzwischen fünften jährlichen Veranstaltung spricht der Suchmaschinenriese nur noch von Google Ads. Der neue Name spiegelt die gesamte Palette von Werbemöglichkeiten besser wieder, die Google bietet, so Sridhar Ramaswamy, Vice President of Ads & Commerce bei Google in seiner Ansprache. Werbetreiben erhalten damit eine gemeinsame Stelle, um Werbung (Ads) in verschiedenen Kanälen bei Google zu buchen: Suche, YouTube, Google Maps, Google Play etc.

Sridhar Ramaswamy auf Google Marketing Live 2018
Sridhar Ramaswamy auf Google Marketing Live 2018

YouTube TrueView for action

Als erste Neuigkeit wurden neue Optionen für Werbung auf YouTube vorgestellt. Besonders interessant dabei ist „TrueView for action“.  Dabei wird ein Call-to-Action Button unter dem Video eingeblendet. Es bleibt auch sichtbar, wenn die Werbeanzeige beendet ist.

Später in diesem Jahr will Google noch „form ads“ für „TrueView for action“ starten, um Anfragen direkt aus den Videoanzeigen generieren zu können.

Ebenfalls neu für YouTube-Werbung ist die „Maximize Lift Bidding“ Gebotsstrategie. Diese automatisierte Strategie soll helfen, die Markenbekanntheit zu steigern.

TrueView for Action
TrueView for Action

Responsive Search Ads

Weiter hat Google das Anzeigenformat „Responsive Search Ads“ für das Suchnetzwerk gezeigt. Das Format ist bereits in manchen Accounts aktiv und nutzt maschinelles Lernen, um optimale Anzeigen auszuliefern. Werbetreibende können mehrere Text-Bausteine – bis zu 15 Überschriften und vier Beschreibungszeilen – eingeben; Google wählt die für den jeweiligen Nutzer und die jeweilige Suchanfrage die beste Kombination aus. Dabei werden bis zu drei Überschriften mit je 30 Zeichen und zwei Beschreibungszeilen mit je 90 Zeichen gleichzeitig ausgespielt. So können Werbetreibende mit Google Ads mehr Informationen über ihre Produkte und Dienste in den Anzeigen unterbringen.

Responsive Search Ads sind bereits in vielen (deutschen) Accounts als Beta nutzbar. Nun sollen diese in den kommenden Monaten für (alle?) Englisch-sprachige Kampagnen verfügbar sein. Die Beta soll bis Ende des Jahres für weitere Sprachen erweitert werden.

Responsive Search Ads
Responsive Search Ads

Landing Page Speed Score

Selbst die besten Anzeigen können nicht gut performen, wenn die Landingpage die Erwartung der Nutzer nicht erfüllt. Das sagen wir schon lange und das hat Google jetzt während der Präsentation gesagt. Insbesondere geht es jetzt im mobile Landingpages. Laut Google würde mehr als die Hälfte der Nutzer auf einer mobilen Website nicht kaufen, wenn diese zu lange zum Laden benötigt. Also will Google jetzt insbesondere die Werbetreibenden dazu bewegen, ihre Websites für mobile Geräte zu optimieren. Also wird in Google Ads jetzt ein (mobile) „Landingpage Speed Score“ eingeführt.

Google führt also eine neue Spalte im Bereich „Landingpages“ (dt.: „Zielseiten“) in Google Ads ein. In dieser neuen Spalte wird ein Wert von 1 (sehr langsam) bis 10 (sehr schnell) angezeigt. Der Wert wird aus mehreren Faktoren bestimmt, inklusive Zusammenhang zwischen der Geschwindigkeit der Website und der möglichen Konversionsrate. Damit erinnert die Bewertung ein wenig an den Qualitätsfaktor.

Mit dem Landingpage-Score sollen die Nutzer bestimmen können, welche der Zielseiten die bessere Benutzererfahrung liefert. Der Wert wird täglich aktualisiert. Damit können die Ads-Nutzer auch die Auswirkung der Optimierung der Websites bewerten.

Landingpage Speed Score
Landingpage Speed Score

Geräteübergreifende Berichte und Remarketing mit Google Analytics

Auswerten der Ergebnisse einer Marketing-Kampagne ist wichtig für den Geschäftserfolgt. Eine bessere Auswertungsmöglichkeit hilft zu verstehen, wie die (eingeschränkten) Marketing-Ressourcen besser verteilt werden können. Dies ist insbesondere dann schwierig, wenn die Nutzer zwischen verschiedenen Geräten wechseln, etwa Mobile und Desktop. Um geräteübergreifende Kampagnen besser messbar zu machen, hat Google nun Cross-Device-Reporting und Remarketing in Google Analytics vorgestellt. (An dieser Stelle kam spontaner Applaus beim Publikum auf.) Der neue Report kombiniert Daten von Besuchern, die die Website mit unterschiedlichen Geräten besucht haben.

Google will dabei allerdings nur aggregierte Daten der Nutzer anzeigen, die dem zugestimmt haben; individuelle Nutzer-Daten werden nicht angezeigt. Der neue Report soll bereits verfügbar sein: „It’s available now, so try it today“.

Cross Device Reporting in Google Analytics
Cross Device Reporting in Google Analytics

Smart Campaigns

Als nächstes hat Google einige Funktionen vorgestellt, die sich an kleine Unternehmen richten und ihnen die Arbeit mit Google Ads einfacher machen sollen. Als erstes geht es um „Smart Campaigns“, die bereits im Vorfeld angekündigt wurden. Dabei erstellt Google automatisch eine Kampagne, basierend auf der Website und dem My Business Eintrag des Unternehmens. Die Anzeigen werden in Google Search, Local Search und im Display Netzwerk geschaltet. Die Optimierung erfolgt auch automatisch mit Hilfe von maschinellem Lernen. Dabei geht es um die typischen Ziele wie Anrufe, Aktionen auf der Website oder Ladenbesuche. Smart Campaigns sollen im Laufe dieses Jahres ausgerollt werden.

Smart Campaigns
Smart Campaigns

Viele kleine Unternehmen haben noch keine Website oder keine Zeit bzw. Möglichkeit, diese für Online-Werbung anzupassen. Also versucht Google, im Rahmen von Smart Campaigns auch automatisch Websites zu erstellen, die für Ads optimiert sind. Sie sollen Informationen über Produkte und Services zeigen und zu den Anzeigen passen.

Automatische Shopping-Feeds

Ein weiterer Weg, um maschinelles Lernen in Online-Werbung zu nutzen, hat Google für die Shopping-Anzeigen vorgestellt. Den Shop-Betreibern geht es darum, das richtige Produkt der richtigen Person zur richtigen Zeit zu zeigen. Und das beginnt damit, die Produkte überhaupt in die Anzeigen zu bekommen. Das Erstellen des Produkt-Feeds kann eine langwierige Angelegenheit werden, die auch tägliche Überprüfungen und Aktualisierungen verlangt. Um dies zu vereinfachen will Google „Automatische Feeds“ einführen. Diese sollen „später in diesem Jahr“ starten. Automatische Feeds crawlen die Website, sammeln die relevanten Daten und erstellen einen Feed basierend auf diesen Daten.

Automated Feeds
Automated Feeds

Smart Shopping Kampagnen

Bereits im Mai hat Google „Smart Shopping Kampagnen“ angekündigt. Hier läuft die Auslieferung und die Optimierung automatisch ab – basierend auf dem eingestellten Ziel. Nun bereitet Google weitere neue Funktionen für Smart Shopping Campaigns vor.

Smart Shopping Kampagnen sollen direkt in E-Commerce-Plattformen eingebunden werden. Explizit genannt wurde Shopify, wo bereits seit Dezember 2017 eine Anbindung an Google Merchant Center existiert.

Außerdem will Google neue Ziele für Smart Shopping Campaigns freigeben. Neben Maximierung von Online-Umsatz sollen die Kampagnen auch auf Shop-Besuche und Gewinnen von Neukunden optimiert werden können. Damit sollen Shop-Betreiber die Kampagnen sowohl für Online- als auch für Offline-Ziele optimieren können, so Google.

Smart Shopping: New Goals
Smart Shopping: New Goals

Local Campaigns

Für lokale Unternehmen, die Kunden in den Laden locken wollen, startet Google einen neuen Kampagnen-Typ: „Local Campaigns“. Auch hier erfolgt vieles automatisch, so dass dieser Kampagnen-Typ auch „Smart“ heißen könnte. Die lokalen Kampagnen vereinfachen unter anderem die Verknüpfung mit den Google MyBusiness Accounts. Danach muss noch das Budget definiert werden. Anschließend müssen Werbetreibende Bilder und Texte sowie Videos hochladen, aus denen dann automatisch Anzeigen erstellt werden. Diese werden dann in der Google Suche, im Display-Netzwerk, in Google Maps und auf YouTube geschaltet.

Local Campaigns
Local Campaigns

Hotel-Kampagnen

Hotel-Ads gibt es bereits länger. Nun will Google diese Anzeigen ausbauen und die Verwaltung dieser Kampagnen vereinfachen. Dafür werden Hotel-Kampagnen in Google Ads integriert. Weitere Details hat Google allerdings nicht genannt. Und auch ein Zeithorizont fehlt noch.

Google Marketing Platform

Anschließend hat Google noch die neue Google Marketing Plattform vorgestellt. Wie bereits angekündigt, soll diese Google Analytics 360 Suite, DoubleClick und SearchAds 360 vereinen. Die Dienste sollen besser miteinander agieren und Nutzer sollen alle Einstellungen und Auswertung in einer Plattform nutzen können.

Fazit

Neben der Umbenennung von Google AdWords in Google Ads kommen viele vor allem „smarte“ Neuerungen auf die Unternehmen und Agenturen zu. Google setzt also weiter auf maschinelles Lernen und viel Automatisierung. Diese machen natürlich die Erstellung und Optimierung von Kampagnen einfacher für alle, die sich mit Google Ads nicht so gut auskennen. Doch auch wer schon länger mit dem System arbeitet, wird in der einen oder anderen Neuerung eine nützliche Hilfe finden.

 

Alle Bilder sind Screenshots von Live-Stream von „Google Marketing Live 2018“

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