AdWords: Tagesbudget wird flexibler – bis zu doppelte Ausgaben pro Tag möglich

„Tagesbudgets sind jetzt flexibler.“ Mit einem dezenten Hinweis in den Accounts hat Google eine signifikante Änderung angekündigt. Ab dem 4. Oktober 2017 kann das Tagesbudget einer AdWords Kampagne um das Doppelte überschritten werden. Bisher waren es nur bis zu 20 Prozent.

AdWords Tagesbudget wird flexibler

Eine große Ankündigung gibt es nicht, der kleine Hinweis im AdWords Konto verweist auf einen Hilfeartikel, der die neue Regelung erklärt:

An Tagen mit vielen relevanten Zugriffen können die Kosten das Doppelte des Tagesbudgets betragen, während sie an anderen Tagen möglicherweise unter dem Tagesbudget liegen.

Monatliche Ausgaben bleiben fix

Laut Google lassen sich so Werbeziele wie Klicks und Conversions leichter erreichen. Kunden sollen sich jedoch keine Gedanken über das geplante Media-Budget machen: Die gesamten Kosten am Ende des Monats sollen unverändert bleiben:

Das monatliche Abrechnungslimit wird dabei jedoch nicht überschritten. Dieses wird folgendermaßen berechnet: durchschnittliche Anzahl von Tagen pro Monat (30,4) multipliziert mit dem durchschnittlichen Tagesbudget.

Ein Rechenbeispiel

Beträgt das Tagesbudget einer Kampagne 10 Euro, können nun an einigen Tagen bis zu 20 Euro ausgegeben werden. Am Ende des Monats sollen allerdings nicht mehr als 304 Euro an Kosten entstehen. Dafür wird Google wohl an einigen Tagen die Ausgaben künstlich reduzieren oder, wie bereits in der Vergangenheit, den Mehrbetrag dem Konto wieder gutschreiben.

Auswirkungen der Änderung

Werbetreibende sollen auf jeden Fall ihre Gebotsstrategien anschauen und die Änderung berücksichtigen. Bisher wurde ja schon immer mit 20 Prozent Mehrauslieferung gerechnet. Die neue Grenze von 100 Prozent mehr wirkt sich allerdings stärker aus.

So gibt es Kampagnen, bei denen ein bestimmtes monatliches Budget nicht überschritten werden darf. Gleichzeitig werden die Kosten laufend überwacht und das Tagesbudget angepasst, teilweise mehrmals im Monat. Mit solchen Maßnahmen wurde bisher – manuell oder per Script – auf Nachfrage-Schwankungen reagiert, oder mehr Budget während kurzzeitigen Aktionen freigegeben. Nun sollen die Werbetreibenden in diesen Fällen die tatsächlichen Ausgaben öfter kontrollieren, insbesondere nach einer solchen Budget-Anpassung.

Agenturen sollten die Neuerung auch bei den (Zwischen-)Reports an die Kunden kommunizieren. Denn zwischenzeitlich kann es passieren, dass die Ausgaben höher liegen, als sie eigentlich sein sollten. Und das kann die Kunden verunsichern, wenn sie ebenfalls auf die Kampagnen und die Ausgaben schauen. Am Ende des Monats sollte die vorher vereinbarte Mediabudget-Grenze dennoch eingehalten werden.

Kritisch wird es bei den Kampagnen, die mitten im Monat pausiert werden. Denn die neue Automatik bei Google wird versuchen, die gesamten monatlichen Ausgaben zu begrenzen. Wird eine Kampagne vor Monatsende gestoppt, können Diskrepanzen zwischen dem durchschnittlichen Tagesbudget und den Gesamtkosten auftreten.

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